Wie wir lernen

Die Methoden

Ob wir den Zehner-Block von Sigrid Andersson erarbeiten, uns mit den Methoden von Ivana Chubbuck auseinandersetzen, oder die Lehren von Stanislawski ansehen, so stellt sich doch immer die Frage:

 

Was macht einen guten Schauspieler aus? 

Wie entsteht Präsenz - sowohl auf der Bühne, als auch vor der Kamera?

Wie erwecke ich meine Figuren zum Leben,

um Ihnen folgen zu können, sie authentisch zu finden?

Und wie gelingt es Schauspieler*innen mit den Figuren,

die er/sie spielen, zu verschmelzen?


Sowohl Sigrid Andersson mit ihrem genau erarbeiteten Zehner-Block, also auch Frau Chubbuck, und Stanislawski stellen das Ziel einer Figur in den Fokus.

 

Bei Stanislawski sind es z.b die großen "W":

Wer ist meine Figur?
Woher kommt sie?
Was braucht sie?
Wohin geht die Figur?
Was wird die Figur dort tun?

 

Bei Ivana Chubbuck durchlaufen wir 12 wesentliche Schritte,

die mit dem Gesamtziel der Figur beginnen.
 

Bei Sigrid Andersson, auch "Andersson-System" genannt, entwickeln wir konkrete Werkzeuge für unsere Figuren und können uns damit sehr genau auf einen Dreh vorbereiten. Die Figuren werden vielschichtig und facettenreich.

Filmproduktion
Director of Photography

Der "Zehner Block" von Sigrid Andersson

ausgebildet bei Beate Maes

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem "Zehner Block" um zehn verschiedene Kapitel, die dem Schauspieler helfen sollen sein Handwerk zu erweitern oder gar neu zu entdecken und zu verstehen.

Der Zehner Block kann sowohl als Einzelunterricht, als auch in kleinen Gruppen durchlaufen werden und wird in der Regel von der GVL gestützt.


1. Beziehungen
Wir bilden eine Beziehung zum Gegenüber und zur Szene, sowie zu Dritten und zu Gegenständen.

 

2. Das Ziel (Objective)

Ziele der Figur mit den dazugehörigen Hindernissen


3. Die Historie 

Vorgeschichte meiner Rollenfigur:
Was ist der Figur passiert?
Welche Hintergründe hat die Figur?


4. Personalisierung- Verkörperung
Welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten haben der Schauspieler und die Figur? Wie bekomme ich diese Unterschiede in die Ähnlichkeiten?


5. Moralische Werte


6. Open Beat - Closing Beat
Was geschieht vor der Szene, und was danach?


7. Gedankenbrüche
Wo findet in der Szene ein Wechsel statt, wann verändert sich der Fokus aus der Perspektive meiner Figur?


8. Kern und Masken

Was denkt und fühlt meine Figur wirklich? Angst als Kern und die Schutzhüllen als Masken


9. Humor
Wann habe ich die Möglichkeit eines leichten Moments?


10. Loslassen!!!!
 

Ivana Chubbuck "12 Schritte" 

hospitiert by Tom Garde

1. Das Gesamtziel

Was will die Figur?


2. Das Szenenziel

Was will die Figur in der Szene?


3. Hindernisse

Welche Hürden gibt es, die sowohl das Szenenziel als auch das Gesamtziel behindern könnten?


4.Substitution 

Verknüpfung des Spielpartners mit einer Person aus dem eigenen Leben


5.Innere Bilder

Erschaffung eines eigenen Ortes in der eigenen Welt


6. Beats und Aktionen

Ändert sich der Gedanke, so ändert sich der Beat.


7. Der Moment davor

Das Ereignis unmittelbar vor der jeweiligen Szene

8. Ort und die vierte Wand erschaffen

Erschaffe einen Ort aus deinem realen Leben und baue mit der vierten Wand Privatsphäre und Sicherheit auf.


9. Handlungen

Der Umgang mit Requisiten


10. Innerer Monolog

Der eigene Text, der sich im Kopf abspielt und nicht ausgesprochen wird


11. Vorgeschichte

Die Vorgeschichte deiner Figur verinnerlichen und zu Deiner eigenen hinzufügen


12. Loslassen!!

Methoden von Stanislawski und Lee Strasberg 

1. Die Substitutionstechnik


2. Der Schauspieler sucht sich für seine Rolle eine andere Situation aus seinem eigenen Leben, die die gewünschte Emotion erzeugt. Ereignisse aus seinem Leben, die die Gefühle, welche die Rolle haben sollte, widerspiegeln. Durch diese Technik erhält der Schauspieler ein großes Verständnis für seine Figur und kann somit den Charakter besser verstehen und darstellen.


3. Das "Creative if"
Der Schauspieler stellt sich vor, wie er handeln würde, wenn z.B. alle Requisiten, keine Requisiten wären. Das Set ist gar kein Set, sondern Wirklichkeit. 
Damit erschafft der Schauspieler einen für sich eigenen, kreativen Bereich, um seine Rolle leben zu können.